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KEMI veröffentlicht Bericht über verbotene Chemikalien in Sex Toys

Die Schwedische Chemikalien Agentur (KEMI) hat verbotene Chemikalien in einem von 44 untersuchten Sex Toys gefunden. Dieses Resultat deutet an, dass mehr Sex Toys die chemischen Richtlinien erfüllen, als dies bei anderen Produkten der Fall ist.

„Es ist positiv, dass die meisten Produkte die Inspektionen ohne Beschwerden bestanden haben, obwohl Sex Toys schädliche Chemikalien enthalten können. Unsere Untersuchung legt nahe, dass Unternehmen aus anderen Bereichen von der Arbeit von Sex Toy Unternehmen in chemischen Fragen lernen können“, sagte Frida Ramström, Inspektorin bei KEMI.

Dies ist das erste Mal, dass die schwedische Chemikalienagentur Chemikalien bei Sexspielzeug kontrolliert hat. Als Teil des Projektes wurden 44 Produkte von 16 Unternehmen kontrolliert. Die Agentur hat sich besonders auf Produkte aus weichem PVC-Kunststoff und elektrische Geräte konzentriert. Eines der untersuchten Sexspielzeuge, ein Dildo aus weichem PVC-Kunststoff, enthielt verbotene Mengen an kurzkettigen chlorierten Paraffinen. Kurzkettige chlorierte Paraffine sind eine umweltgefährdende und als krebserregend eingestufte Substanz. Das Unternehmen stoppte den Verkauf des Dildos nach der Inspektion. Die schwedische Agentur für chemische Stoffe hat das Unternehmen den Staatsanwälten wegen Verdacht auf Umweltstraftat gemeldet.

Drei weitere Sexspielzeuge, die im Projekt untersucht wurden, enthielten das weichmachende Phthalat DEHP in einer Konzentration von über 0,1 Prozent. DEHP ist nicht verboten, steht aber auf der EU-Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe. Dies bedeutet, dass Unternehmen verpflichtet sind, geschäftliche Empfänger zu informieren, wenn ein Artikel Stoffe in Konzentrationen über 0,1 Prozent enthält. Auf Anfrage müssen auch Verbraucher Informationen über den Gehalt an gefährlichen Stoffen in der Liste erhalten. DEHP wurde in zwei Sexspielzeugen aus Kunstleder und einem Bondageband gefunden. Alle diese drei Produkte sind für die externe Anwendung vorgesehen. DEHP kann das Gleichgewicht bestimmter Hormone beeinflussen und die Fortpflanzungsfunktion beeinträchtigen.

„Die Unternehmen sind dafür verantwortlich sicher zu stellen, dass Sexspielzeug keine verbotenen Substanzen enthält. Wir fanden beschränkte Substanzen in einem Sexspielzeug aus weichem PVC-Kunststoff. Unternehmen, die Produkte aus diesem Material verkaufen, sollten besonders aufmerksam sein, wenn es darum geht, die Anforderungen an die chemischen Stoffe zu erfüllen“, sagt Frida Ramström.

Vier der untersuchten Sex Toys werden als antibakteriell vermarktet. Solche Behauptungen stellen bestimmte Anforderungen an die Kennzeichnung gemäß der EU-Biozid-Produktverordnung. Beispielsweise sollte angegeben werden, welche Substanz die beanspruchte antibakterielle Wirkung hat. Bei allen vier antibakteriellen Sexspielzeuge, die im Projekt untersucht wurden, fehlten derartige Markierungen.

Es gibt keine spezifische Chemikaliengesetzgebung für Sexspielzeuge, aber sie fallen unter die gleiche Gesetzgebung, die für andere Arten von Produkten gilt. Im Rahmen des Projekts hat KEMI untersucht, ob die Produkte Stoffe enthalten, die gemäß der RoHS-Richtlinie oder der POP-Verordnung verboten sind oder die unter die Pflicht zur Mitteilung von Informationen gemäß der REACH-Verordnung fallen.

Der Anteil der untersuchten Sexspielzeuge, die verbotene Chemikalien enthielten, betrug 2 Prozent. Dies kann damit verglichen werden, dass die schwedische Agentur für chemische Stoffe in einer Untersuchung im Jahr 2015 verbotene Substanzen in 15 Prozent der Spielzeuge für Kinder fand. Die Agentur fand keine verbotenen Substanzen in elektrischen Sexspielzeugen, welche mit anderen niedrigpreisigen Elektroprodukten vergleichbar seien. In diesen fand die Agentur 2016 in 38 Prozent aller Produkte verbotene Substanzen.

Das Projekt der schwedischen Chemikalienagentur umfasst zufällige Stichprobenkontrollen, die auf die Feststellung von Mängeln abzielen. Daher spiegeln die Ergebnisse nicht den gesamten Markt derartige Waren wieder.

Den vollständigen Bericht ist auf der Website der Agentur auf Schwedisch zu finden. Eine Zusammenfassung in englischer Sprache befindet sich auf Seite 6.

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